sensible störungen


Sehr häufig ist es eine chronisch gewordene Schlafstörung, welche die Patienten zum Arzt treibt. Über Stunden können sie nicht einschlafen. Immer wieder wachen sie auf, sind unruhig, und es treibt sie, aufzustehen und herumzugehen. Manchmal können sie erst gegen Morgen einschlafen. Am Morgen sind sie zerschlagen, tagsüber schläfrig.

Oft bringt erst gezieltes Nachfragen des Arztes ans Licht, dass die Schlafstörung nicht isoliert auftritt, sondern als Folge von unangenehmen Gefühlsstörungen und Missempfindungen in den Beinen - dem Restless-Legs-Syndrom (RLS).

Die meisten RLS-Patienten (90%) leiden an Schlafstörungen. Umgekehrt haben Untersuchungen im Schlaflabor gezeigt, dass bis zu 20% aller chronischen Schlafstörungen in Wirklichkeit durch ein RLS bedingt sind.

 

Im Vordergrund stehen schwierig zu beschreibende Missempfindungen in den Beinen, meist in den Waden, gelegentlich auch in den Oberschenkeln oder in den Füssen und in ca. 20% auch in den Armen. Die Missempfindungen treten meist beidseitig auf; ein Seitenüberwiegen oder ein Seitenalternieren ist jedoch möglich. Die Patienten beschreiben die Sensationen als Kribbeln, Ziehen, Reissen, Stechen, Spannen oder seltener als eigentlichen Schmerz.

Eigentliche Schmerzen treten häufiger bei älteren Patienten auf und besonders dann, wenn die Beine aus äusserlichen Gründen nicht früh genug bewegt werden können, wie z.B. bei längeren Reisen im Flugzeug. RLS Patienten, welche zusätzlich eine Nervenentzündungen (Polyneuropathie) haben, können die dadurch verursachten Schmerzen meist klar von den RLS Beschwerden abgrenzen. Die RLS-Sensationen werden in der Tiefe lokalisiert, so dass sie früher auch als "Knochenparästhesien" bezeichnet wurden. Die Schmerzen bei Polyneuro-pathie werden dagegen oberflächlich, in der Haut liegend empfunden.

Viele Patienten klagen über schwere oder müde Beine oder sogar über eine Schwäche. Die Schwäche kann aber willentlich meist überwunden werden und zwingt nicht zum Anhalten wie dies bei Gefässerkrankungen wie z.B. der "Schaufensterkrankheit" der Fall ist.

Beschrieben sind auch Patienten mit diffusen Rückenschmerzen, von welchen einige wegen Verdacht auf eine Diskushernie oder Hüftarthrose sogar operiert wurden.

 

Auftreten der Symptome am Abend und in Ruhe 

Die Symptome treten in erster Linie am Abend beim entspannten Sitzen oder im Bett auf. Die Dauer bis zum Auftreten der Beschwerden liegt zwischen sofort bis zu 2 Stunden nach dem Hinsetzen oder Hinlegen. Die Verstärkung der Symptome am Abend und zu Beginn der Nacht ist nicht allein durch die Ruhe und die liegende Körperlage erklärt. Es häufen sich die Hinweise für einen wichtigen Einfluss der "inneren Uhr". Dieser "circadiane" Einfluss soll bei Trans-Atlantikreisen parallel mit der "jet-lag-Schläfrigkeit" zu einem Auftreten der Beschwerden während des Tages führen. Saisonale Fluktuationen wurden ebenfalls beobachtet. 

 

Besserung bei Bewegung

 Das wichtigste Kriterium für die Abgrenzung zu anderen Parästhesien ist die Besserung bei Bewegung. Die Patienten sind jeweils gezwungen aufzustehen und herumzugehen. Der Drang die Beine zu bewegen kann nur vorübergehend unterdrückt werden, ist aber letztlich unwiderstehlich, so dass diese Beinbewegungen teilweise unwillkürlich auftreten. Besser als der Zeitpunkt kann aber die Art der Bewegungen willkürlich beeinflusst werden:

  1. Füsse im Sitzen oder Liegen bewegen.
  2. Aufstehen und herumgehen.
  3. Heisses Bad nehmen oder die Unterschenkel massieren.
  4. Erleichterung durch kalte oder heisse Bäder oder Beine einreiben.

 

 "Nacht-Wanderer"

 Ca. 90% der Patienten leiden an einem schwer gestörten Nachtschlaf. In schweren Fällen müssen die Patienten fast die ganze Nacht herumgehen und finden erst am frühen Morgen für einige Stunden Schlaf. Deswegen nennen sich die Patienten der amerikanischen Patientenorganisation auch die "Nightwalker". Es ist dementsprechend unumgänglich, das RLS bei jeder chronischen Insomnie in die Differentialdiagnose mit einzubeziehen und gezielt nach den typischen Beschwerden zu fragen. 

 

Beschwerden am Tag und nach grösseren Anstrengungen 

Am Tag und bei körperlicher Aktivität sind die Beschwerden in den leichteren Fällen weniger stark ausgeprägt oder fehlend. Sie können aber auch verstärkt auftreten nach grösseren Anstrengungen. 

 

Auslösende Faktoren

 Neben der körperlichen Ruhe, welche meist zusammenfällt mit einer sitzenden oder liegenden Position, empfinden Patienten auch Müdigkeit oder Stress und seltener Kälte oder Wärme als auslösende Faktoren. 

 

Psychische Komponente 

Verschiedentlich wurde darauf hingewiesen, dass die Missempfindungen bei langweiligen Vorstellungen viel eher auftreten als bei Themen, die den Patienten interessieren. Anregende Computerspiele werden sogar als Therapie empfohlen z.B. während langer Reisen mit dem Flugzeug.

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